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Hier geht es um die besondere Stellung der Lebensqualitäts-Sphäre Reifung:

Reifung als Weg zu sich selbst – und darüber
hinaus
Reifung gehört zu Lebensqualität wie die Himbeere zum Sommer, denn
Reifung ist die Krönung von Selbstverwirklichung. Was keineswegs zu einem
Ego-Trip führen muss.
Reifung ist eine von sechzehn Lebensqualitäts-Sphären im Modell, das wir
bei spirit.ch verwenden. Die Bedeutung der Sphäre Reifung für die generelle
Lebensqualität liegt derzeit mit 9.1 von 10 möglichen Punkten über dem
Durchschnitt von 8.6 aus allen Sphären. Wobei diese hohe durchschnittliche
Einstufung über alle Sphären klar nachweist, dass Lebensqualität tatsächlich
ein ganzheitliches Phänomen ist, zu dessen Realisierung viele Faktoren nötig
sind. Und da sich sechzehn Sphären individuell sehr verschieden mischen lassen,
sind generelle Rezepte für die eigene Lebensqualität nicht möglich. Wohl aber
Impulse und Denkanstösse, die sich aus den Befragungen von spirit.ch ableiten
lassen.
Dabei interessiert mich als Initianten und Betreiber der Plattform www.reife.ch die Sphäre der Reifung natürlich
ganz besonders. Wir umschreiben sie in unseren Befragungen so: im Reinen mit
sich sein, ständiges Dazulernen, Selbst-Bewusstsein, Vertrauen in inneren
Kompass, Weisheit. Gemäss aktuellem Befragungsstand wählen drei von vier
Befragten die Skalenwerte 9 oder 10, wenn man der Bedeutung der Sphäre Reifung
für die eigene generelle Lebensqualität fragt. Ältere Menschen und Frauen
schätzen diese Bedeutung übrigens noch höher ein.
Reifung in guter Gesellschaft
Diese hohe Bedeutung ist an sich schon bemerkenswert. Nun können wir uns
zusätzlich fragen, in welcher Beziehung die Sphäre der Reifung zu den übrigen
fünfzehn Sphären steht. Bei einem ganzheitlichen Phänomen wie Lebensqualität
können wir nämlich davon ausgehen, dass es solche Beziehungen unter den
einzelnen Sphären gibt. Und die könnten uns in Sachen Lebensqualität durchaus
einen Erkenntnisgewinn bringen.
Um solchen Beziehungsmustern zwischen den einzelnen Fragen einer Umfrage
auf die Spur zu kommen, gibt es bewährte statistische Methoden. Das Problem ist
nur, dass ausser ein paar Spezialisten niemand versteht, was dabei eigentlich
geschieht. Auch ich kann Ihnen das nicht erklären, aber ich kann Ihnen anhand
eines Bildes beschreiben, was dabei herauskommt.
Stellen Sie sich vor, die sechzehn Lebensqualitäts-Sphären wären
sechzehn Personen, die sich in einem Raum zu einer Stehparty versammeln, und
Sie würden diese Versammlung genau beobachten. Zuerst würden Sie die „Person“
Reifung ins Auge fassen um herauszufinden, wie eng die Beziehung zu jeder der
übrigen Gäste ist. Dabei sind theoretisch sowohl positive, harmoniegeprägte als
auch negative, konfliktgeprägte Beziehungen denkbar.

In unserem Fall gibt es nur positive Beziehungen. Am engsten sind
demnach die Beziehungen von Reifung zu diesen anderen Lebensqualitäts-Sphären
(intensivste zuoberst):
- Eigenes (Selbstverwirklichung, Treue zu sich selbst,
Unabhängigkeit, Lebensgestaltung nach eigenen Werten, Selbst-Kompetenz)
- Offenheit (Humor, Optimismus, Intelligenz, Zufriedenheit, Konfliktkompetenz)
- Lebens-Kunst (Sinn für das richtige Mass, Balance zwischen
Lebensbereichen, Integration aller Lebensqualitäts-Sphären)
- Sinn (Lebens-Sinn, Sinn-Quellen, Naturerleben, Spiritualität, Religion)
- Respekt (im Umgang miteinander sowie mit Natur und Kulturen,
Zuverlässigkeit, Treue, Toleranz)
- Echtheit (Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit,
Selbständigkeit)
- Tun (Arbeit – bezahlte und freiwillige, Aktivität, Kreativität,
Leistung, Wirkung)
- Nachhaltigkeit (Umwelt-Verantwortung gegenüber nächsten
Generationen, soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Menschenrechte)
Unsere „Versuchsperson“ Reifung befindet sich also in der ebenso
honorigen wie spannenden Gesellschaft von acht weiteren Gästen (sprich
Sphären). Die Beziehungen zu den übrigen sieben Gästen sind lockerer und
neutraler, die können wir also vorläufig vernachlässigen.
Beziehungs-Muster
Nun interessiert uns aber auch eine Gesamtsicht der Beziehungen unter
den sechzehn Gästen: Welche Gruppen und Grüppchen bilden sich? Wie nah stehen
diese Grüppchen beisammen? Gibt es isolierte Gäste? Auch darauf liefert die
statistische Analyse Antworten:
In einem ersten Grüppchen stehen die drei Sphären Sinn, Respekt und
Nachhaltigkeit eng zusammen. Und eine zweite wichtige Gruppe wird gebildet von
den vier Sphären Tun, Lebens-Kunst, Reifung und Eigenes. Es gibt noch andere
Grüppchen, und die Offenheit steht relativ isoliert, aber wir können uns auf
die beiden genannten Gruppen konzentrieren.
Die Reifung bildet also zusammen mit dem Eigenen, dem Tun und der
Lebens-Kunst eine Gruppe. Das macht nicht nur statistisch Sinn, sondern auch
inhaltlich: Letztlich geht es bei all diesen Sphären um einen Begriff, der bei
der Beschreibung der Sphäre Eigenes auftaucht – Selbstverwirklichung. Wir
verwirklichen uns selbst, indem wir unser Eigenes leben, aber auch durch unser
Tun. Und wir brauchen, soll dieser Prozess erfolgreich sein, auch die
Fähigkeiten der Lebens-Kunst.
Doch Selbstverwirklichung ist nie abgeschlossen, sie ist ein permanenter
Prozess – eben der Prozess der Reifung. Und führt dieser zum gewünschten
Erfolg, nämlich zu mehr Weisheit, können wir mit Fug und Recht von Reifung als
Krönung der Selbstverwirklichung sprechen. Durch den Prozess der Reifung
gelangen wir immer näher zu unserm Ureigenen, zu unserem Ich, zu unserem
Selbst.

Alle vier in unserer Gruppe versammelten Sphären betreffen das eigene
Ich. Wir könnten sie deshalb als übergeordnete Ich-Sphäre bezeichnen. Dies im
Gegensatz zum ersten Grüppchen, die alle die Ebene des Ichs übersteigen: Die
Sphäre Nachhaltigkeit umfasst alle Werte, die den Einsatz für eine bessere Welt
beschreiben. Respekt gegenüber anderen Menschen und Kulturen, aber auch
gegenüber der Natur und den nächsten Generationen, geht nicht ohne Preisgabe
egoistischer Interessen. Und Sinn ergibt sich dann, wenn wir unser Ich in
höhere Dimensionen einbinden. Deshalb sprechen wir bei diesem Grüppchen von der
Hyper-Ich-Sphäre.
Wo stehen diese beiden Grüppchen nun im Raum? Sind sie weit voneinander
weg, einander ausschliessend? Keineswegs, auch wenn manche Zivilisationskritiker
mahnen, Selbstverwirklichung führe zu abgeschotteter Ichbezogenheit. Doch das
Gegenteil ist der Fall. Beide Grüppchen stehen nahe beieinander. Statistisch
betrachtet: Wer die Ich-Sphäre hoch einschätzt, schätzt auch die Hyper-Ich-Sphäre
hoch ein. Und umgekehrt. Es gibt das eine nicht ohne das andere.
Das kann uns nicht sehr überraschen. Schliesslich hat unsere erste
Analyse ergeben, dass die Sphäre Reifung in enger Beziehung nicht nur zu den
Gästen aus der Ich-Sphäre steht, sondern auch zu jenen aus der
Hyper-Ich-Sphäre, also zu Sinn, Respekt und Nachhaltigkeit. Um im Bild zu
bleiben: Reifung könnte problemlos vom einen Grüppchen zum anderen wechseln,
und die Wahrscheinlichkeit, dass sich dadurch beide Grüppchen zu einer Gruppe
vereinigen, ist ziemlich hoch. Reifung ist gleichsam das Bindeglied zwischen
Ich- und Hyper-Ich-Sphäre.
Reife Lebensqualität und Selbsterkenntnis
Damit wird Reifung definitiv zu einer der interessantesten
Lebensqualitäts-Sphären. Ohne Reifung scheint eine hohe Lebensqualität kaum
denkbar. Das Thema Reife Lebensqualität wird uns deshalb mit Sicherheit
weiterhin beschäftigen.
Und dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Im September 2009 wird es
eine spezielle Befragung zum Thema Reife Lebensqualität auf www.spirit.ch geben. Alle, die bereits am
Lebensqualitäts-Basis-Fragenspiel teilgenommen haben, werden dazu per Mail
eingeladen. Falls Sie das noch nicht getan haben: Es lohnt sich nicht nur, weil
Sie damit zuverlässig über weitere Fragespiele und Ergebnisse informiert werden.
Sondern auch, weil Sie damit selbst ein Stück Selbsterkenntnis gewinnen. Hier geht es direkt zur Umfrage.
In diesem Sinne Ihr


August 2009, Andreas Giger
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