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Hier geht es um Unterschiede zwischen Weiblein und Männlein:

Ist Lebensqualität weiblich?

Dumme Frage. Natürlich heisst es "die Lebensqualität". Doch ticken Frauen in Sachen Lebensqualität anders als Männer? Eine erste Trendauswertung zeigt, dass Lebensqualität für Frauen tatsächlich bedeutsamer ist. Wir sind gespannt, ob sich dieser Trend bestätigt...

Die Unterschiede sind alles andere als dramatisch, aber eben doch deutlich sichtbar. Das zeigt sich zunächst in der Beteiligung am Lebensqualitäts-Basis-Fragenspiel. Mit 40 Prozent liegt der Frauenanteil deutlich über den normalen Werten einer Online-Umfrage, was schon auf ein gesteigertes weibliches Interesse am Thema Lebensqualität hindeutet.

Bestätigt wird dies dadurch, dass die weiblichen Antwortenden deutlich öfters äusserten, Lebensqualität sei für sie ein zentrales Lebensthema, als die männlichen (siehe Grafik).

Aus einer früheren Befragung stammt der Befund, wonach Frauen die Bedeutung des Werts Lebensqualität leicht höher einstufen als Männer, wobei der Unterschied zunimmt, wenn man nur jene nimmt, welche die höchsten Skalenstufen gewählt haben.

Ein ähnlicher Effekt ergibt sich, wenn man nach dem Lebensqualitäts-Index fragt, also nach der gegenwärtigen generellen Lebensqualität auf einer Skala von 1 bis 100, wobei 100 die höchste für den jeweils Antwortenden denkbare Lebensqualität bedeutet. Errechnet man hier einfach die Durchschnittswerte, ergeben sich keinerlei Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Hingegen liegt der Anteil der Befragten mit überdurchschnittlich hohem Lebensqualitäts-Index bei den Frauen doch deutlich höher als bei den Männern.

Vergleichen wir nun die Lebensqualitäts-Profile von Frauen und Männern, also die jeweilige Bedeutung der 16 Lebensqualitäts-Sphären für die eigene generelle Lebensqualität:

Das Bild zeigt eindrücklich: Fast alle Sphären sind (immer im Durchschnitt!) für Frauen bedeutsamer als für Männer (Ausnahme: die Sphäre der Materie), wobei die Unterschiede unterschiedlich gross ausfallen. Noch sind die TeilnehmerInnen-Zahlen zu klein, um fundierte inhaltliche Aussagen zu machen, doch das Bild zeigt bereits eindrücklich, dass es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt.

Die folgende Grafik spielt noch etwas mit Zahlen, wobei der besseren Übersichtlichkeit wegen die oben verwendete 10er-Skala in einen 100er-Skala umgewandelt wurde. Das erlaubt uns, für alle Befragten auszurechnen, welchen Bedeutungs-Wert sie im Durchschnitt aller sechzehn Sphären gewählt haben. Wie die folgende Grafik zeigt, liegt dieser Durchschnittswert sehr hoch:

Im Schnitt wird jede Sphäre mit einem Wert von 86 eingestuft (entsprechend 8.6 auf der Zehnerskala), was bedeutet, dass tatsächlich alle sechzehn Sphären wichtig bis sehr wichtig sind. Bei einem so hohen Durchschnittswert muss die Streuung gezwungenermassen klein sein, was wiederum bedeutet, dass auch kleinere Abweichungen relevant sind. Das gilt sicher für den Abstand von sechs Punkten zwischen Frauen und Männern. Die Zahlen bestätigen hier den optischen Eindruck des Profilvergleichs.

Noch deutlicher allerdings werden die Unterschiede, wenn man die Extremgruppen vergleicht, also jene, die sich mit ihrem Durchschnittswert nicht genau in der Mitte befinden. Hier sind bei den tiefsten Werten die Männer dominant, bei den höchsten dagegen die Frauen. Was erneut bestätigt: Lebensqualität insgesamt und (fast) alle sechzehn Lebensqualitäts-Sphären sind für Frauen tenedenziell bedeutsamer und wichtiger als für Männer.

Eine Faktorenanalyse zwecks Komplexitätsreduktion der sechzehn Sphären erbrachte zwei interessante Hauptdimensionen, nämlich einen Komplex mit Ich-zentrierten Sphären (Tun, Eigenes, Reifung, Lebenskunst), und einen Komplex mit Hyper-Ich-Sphären (Sinn, Respekt, Nachhaltigkeit). Die beiden Komplexe sind übrigens keine Gegensätze, die sich ausschliessen, sie stehen vielmehr in engem Zusammenhang. Wie die beiden letzten Vergleiche der obigen Grafik zeigen, sind beide Haupt-Sphären den Frauen wichtiger als den Männern, wobei die Abstände sogar überdurchschnittlich gross sind.

Aus den beiden Haupt-Sphären kann man vier Quadranten bilden, wie in der nächsten und letzten Grafik gezeigt wird:

Die beiden grössten Gruppen werden von jenen gebildet, die in beiden Haupt-Sphären entweder unter oder über dem Durchschnit liegen, was erneut beweist, dass die Sphären des Ichs und des Hyper-Ichs eng aneinander gekoppelt sind. Und wieder ergibt sich ein krasser Unterschied zwischen den Geschlechtern: Für Frauen sind beide Dimensionen gleich wichtig, für Männer eher gleich unwichtig - immer relativ gesehen natürlich, sprechen wir doch von Unterschieden auf hohem allgemenem Niveau.

Die Anfangsfrage kann also (vorläufig) bejaht werden: Lebensqualität ist tatsächlich (tendenziell) weiblich. Ob sich diese Tendenz bestätigt, werden wir sehen - wir bleiben dran!

Sie können übrigens auch Ihren Beitrag leisten. Wenn Sie das Lebensqualitäts-Basis-Fragenspiel noch nicht mitgespielt haben, tun Sie es jetzt!

August 2009, Andreas Giger

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