Welche Farbe hat LQ?

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

bas-aussagen

Was halten die Menschen von Lebensqualität?

Wie viel bedeutet Lebensqualität? Wer ist dafür verantwortlich? Welche Farbe hat sie?


Hier die Ergebnisse der Frage nach der persönlichen Bedeutung von Lebensqualität nach den ersten 300 Antworten:

lq-bedeut-300

Dass wie meistens zunächst die wirklich am Thema Interessierten an einem Fragenspiel teilnehmen, zeigt sich bei dieser Frage, denn der Anteil derjenigen, für die Lebensqualität ein zentrales Thema ist, hatte sich bei 100 Antworten verglichen mit der Pilotbefragung deutlich erhöht, und war danach wieder leicht gesunken. Fest steht auf jeden Fall, dass primär solche Menschen am Lebensqualitäts-Basis-Fragenspiel teilnehmen, für die Lebensqualität ein wichtiges Thema ist. Und das sind bekanntlich die besten Experten in Sachen Lebensqualität...

Auswerten können wir diese Frage jetzt auch nach Geschlecht, Land und Alter:

lq-bedeut-sex

Wir stellen fest: Für Frauen ist das Thema zentraler als für Männer, und für Nicht-Schweizer etwas zentraler als für SchweizerInnen.

lq-bedeut-alter

Hinter dem Durchschnittswert stecken beträchtliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Ein zentrales Lebensthema ist Lebensqualität überdurchschnittlich oft bei den mittleren Altersgruppen (35 bis 64). Für die Befragten bis 34 und über 64 dagegen liegt der Stellenwert des Themas Lebensqualität deutlich tiefer.

Im Falle der jüngsten Altersgruppe dürfte dies daran liegen, dass man in dieser Lebensphase ohnehin einfach mal alles ausprobieren will und sich deshalb wenig Gedanken über einen Leitwert des eigenen Lebens macht. Die Gruppe 65plus umfasst alles Menschen, die vor oder während des Kriegs geboren wurden und damit direkt oder indirekt mit existenziellen Überlebensfragen konfrontiert waren. Und während ihrer prägenden Kindheits- und Jugendjahren war das Wirtschaftswunder das zentrale Thema – es ging um Lebensstandard, nicht um Lebensqualität. Diese lebensgeschichtliche Prägung dürfte der zentrale Grund dafür sein, dass Lebensqualität bei der Gruppe 65plus als Thema eine deutlich unterdurchschnittliche Bedeutung hat. Ob sich daran bei dieser Generation noch etwas ändern wird, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Anders sieht es bei den mittleren Jahrgängen aus. Für sie hat der Werte-Wandel vom Lebensstandard zur Lebensqualität bereits Früchte getragen. Lebensqualität dürfte für sie deshalb ein zentrales Lebensthema bleiben, auch wenn sie älter werden.

Festzuhalten bleibt, dass wir beim Denken und Sprechen über Lebensqualität davon ausgehen müssen, dass die Bedeutung dieses Themas nicht in allen Altersgruppen gleich hoch ist.

Bei zwei Testbefragungen unter Gemeinde-BürgerInnen und Club-Mitgliedern zeigte sich übrigens, dass bei solchen Zielgruppen die Bedeutung des Themas Lebensqualität tatsächlich spürbar tiefer liegt als bei den Teilnehmenden an dieser Basis-Befragung. An dieser nehmen offenbar wirklich primär eigentliche "Laien-Experten" teil.


Neu gestellt wird im Fragenspiel die Frage nach der "Farbe von Lebensqualität":

lq-farbe-300

Die Antworten sprechen farblich für sich und sind seit den ersten 50 Antwortenden praktisch konstant. Die Hälfte assoziiert Lebensqualität mit dem Farbkomplex grün-blau, was noch dadurch unterstrichen wird, dass die Mehrheit der Antworten unter "sonstige" eine Kombination von blau und grün beinhaltet. Ungefähr ein Drittel assoziiert Lebensqualität mit dem Farbkomplex gelb-orange-rot. Mal schauen, wie wir das alles unter einen Hut kriegen...

Gibt es Unterschiede nach Geschlecht und Land?

lq-farbe-sex

Offenbar kaum, ausser das Lebensqualität bei Frauen doppelt so häufig gelb erscheint als bei Männern.

Haben die Altersgruppen unterschiedliche Farbassoziationen zu Lebensqualität?

lq-farbe-alter

Eine Erklärung für die insgesamt doch höchst unterschiedlichen Farb-Assoziationen gibt es bislang nicht. Genau so wenig erklärbar ist es, warum die Altersgruppe 65plus sehr viel häufiger den Farbkomplex blau-grün wählt als die jüngeren Altersgruppen – und entsprechend weniger oft den Farbkomplex rot-orange-gelb. Wir können dieses Phänomen nur staunend zur Kenntnis nehmen und uns einmal mehr daran erinnern lassen, dass keineswegs immer dasselbe gemeint ist, wenn von Lebensqualität die Rede ist.


Wer oder was ist für die eigene Lebensqualität verantwortlich? Hier die Antworten:

lq-verant-300

Etwa drei Viertel sehen die hauptsächliche Verantwortung für die eigene Lebensqualität also bei sich selbst. Noch in der Pilotbefragung waren es nur zwei Drittel. Wir werden sehen, ob es sich bei den Pionier-BefragungsteilnehmerInnen um, eine besonders eigenverantwortliche Gruppe handelt, oder ob tatsächlich eine weitere Akzentverschiebung in Richtung Eigenveranwortung für Lebensqualität stattgefunden hat. Auf ersteres deutet hin, dass in den beiden genannten Vergleichsgruppen (Gemeinde-BürgerInnen und Club-Mitglieder) relativ gesehen der Eigenverantwortung tatsächlich deutlich weniger Gewicht zugewiesen wird. Zawr sieht man sich auch in diesen Gruppen mehrheitlich selbst verantwortlich für die eigene Lebensqualität, aber eben nicht so deutlich wie bei den Teilnehmenden an diesem Basis-Fragenspiel.

Im Vergleich zu 203 Antworten ergibt sich übrigens kaum eine Verschiebung.

Die Ergebnisse des Untergruppen-Vergleichs:

lq-veran-sex

Frauen fühlen sich deutlich stärker selbst verantwortlich für ihre Lebensqualität als Männer - und Nicht-Schweizer ebenso deutlich als Schweizer.

lq-veran-alter

An der Verantwortungs-Verteilung ändert sich nicht sehr viel, wenn wir nach Altersgruppen unterscheiden, nur die Akzentsetzung unterscheidet sich leicht. Die Übernahme von Eigenverantwortung für die persönliche Lebensqualität wird mit zunehmendem Alter deutlicher ausgeprägt – allerdings nur bis zur Schwelle von 65 Jahren. Jenseits dieser Schwelle hält man sich selbst zwar immer noch für hauptverantwortlich, doch man billigt der Aussenwelt eine etwas grössere Rolle zu. Die faktisch tatsächlich tendenziell wachsende Abhängigkeit von unbeeinflussbaren Faktoren mag dies erklären. Das ändert jedoch nichts daran, dass quer durch alle Altersgruppen die Hauptverantwortung für die eigene Lebensqualität bei sich selbst gesehen wird.


Artikel weiterempfehlen