Erfolgsfaktor Werte-Portfolio

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Studie Zukunft Familienunternehmen 2.0

Im Jahr 2015 führte die Family Business Association Schweiz (FBA) zum zweiten Mal eine Mitgliederbefragung zur Zukunft der Familienunternehmen durch. spirit.ch-Autor Dr. Andreas Giger hatte dabei die Projektleitung inne, die Online-Befragung wurde mit der Infrastruktur von spirit.ch durchgeführt. Die Studie ist jetzt in vollem Umfang zugänglich.

Medienmitteilung vom 2. März 2016 / Die umfassende Studie ist erhältlich über die Website der FBA unter http://www.familybusinessassociation.ch/images/Impulse/Studie_Familienunternehmen_2_0-Schlussbericht_FBA.pdf

Werte- und Emotionen-Portfolio als Wettbewerbsvorteil

„Soft Factors“ bei Familienunternehmen im Vormarsch 

Familienunternehmen sind der schwierigen Zukunft besser gewappnet als anonyme Konzerne. Die neuste FBA-JPM-Studie zeigt, dass mittelständische von Familien geführte Firmen auf kaufmännischen Tugenden beruhen. Ihr Werte-Portfolio ist bodenständiger. Sie führen mit Emotionen und für sie sind Mitarbeitende mehr als nur eine Ressource.

Mit der Studie „Zukunft Familienunternehmen 2.0“ wird im Detail aufgezeigt, warum Familienunternehmen eine gute Zukunft haben. Weil sie in verbindliche Wertvorstellungen und Emotionen investieren.

Exklusive FBA-Studie

Die Zukunft des Familienunternehmens liegt uns am Herzen. Im Jahre 2010 haben wir die Trendstudie "Familienunternehmen 2020" publiziert, welche aufgezeigt hat, welche Megatrends aus unterschiedlichsten Bereichen eintreffen und was zukünftig die Merkmale und Stärken von familiengeführten Unternehmen sind. Dank der Unterstützung von unserem Partner J.P. Morgan waren wir in der Lage, diese erste Studie im 2015 zu wiederholen und zu aktualisieren. Wir wollten eine neue Standortbestimmung vornehmen und auch massgebliche Veränderungen erfassen und dokumentieren.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

1. Haltung zur Zukunft

  • Familienunternehmen glauben nach wie vor an die Zukunft, vor allem an die ihres eigenen Unternehmens.
  • Familienunternehmen glauben an ihre eigene aktive Rolle bei der Zukunftsgestaltung. Und sie haben dafür gute Argumente. Ihre besondere Stärke sehen sie in der Existenz eines Emotionen- und besonders eines Werte-Portfolios.

2. Selbstbild

  • Im Selbstbild von Familienunternehmen gewinnen „Soft Factors“ zunehmend an Bedeutung. Dazu gehören insbesondere zwei klar unterscheidbare „Portfolios“:
  1. Das Emotionen-Portfolio: Familienunternehmen wecken Emotionen!
  2. Das Werte-Portfolio: Familienunternehmen verkörpern wertvolle Werte!
  • Speziell der Wert Nachhaltigkeit hat im Selbstbild von Familienunternehmen einen rasanten Zuwachs erlebt
  • Das Selbstbild der Familienunternehmen ist nach wie vor, ja sogar noch deutlicher als vor fünf Jahren, von gesundem Selbstbewusstsein geprägt.
  • Sowohl beim Emotionen-Portfolio als auch beim Werte-Portfolio fühlen sich Familienunternehmen den Firmen in anonymem Besitz klar überlegen.
  • Das Selbstbild der Familienunternehmen hat deutliche Auswirkungen auf ihren Optimismus: Je mehr man an das eigene Emotionen-Portfolio glaubt – und noch mehr an das eigene Werte-Portfolio, desto ausgeprägter ist eine optimistische Grundhaltung zu finden.

3. Zukunftsträchtige Wege und Ziele

  • Die befragten Familienunternehmen haben erkannt, dass viele Wege nach Rom bzw. in die Zukunft führen. Sie setzen deshalb nicht auf einseitige und isolierte Ziele und Wege, sondern komponieren sich aus verschiedenen Ansätzen ihren eigenen, individuell passenden Strategien-Mix.
  • Auffällig ist, wie stark die befragten Familienunternehmen bei der Gestaltung ihrer Zukunft auf „Soft Factors“ setzen, also auf ihr Emotionen-Portfolio und vor allem auf ihr Werte-Portfolio.
  • In dem Masse, in dem Familienunternehmen sich bewusst werden, dass hier ihre besondere Stärke liegt, wachsen ihr Selbstbewusstsein und ihr Glaube an die eigene Zukunft.

 Zum Hintergrund der Studie

  • Die erste Mitgliederbefragung wurde im 2009 realisiert, deren Ergebnisse 2010 unter dem Titel „Die Zukunft des Familienunternehmens“ publiziert wurden.
  • Anknüpfend daran wurde 2015 eine zweite Mitgliederbefragung unter dem Titel „Zukunft Familienunternehmen 2.0“ geplant und durchgeführt.
  • Diese zweite Mitgliederbefragung sollte sowohl Ergebnisse bringen, die mit jenen der ersten Befragung vergleichbar sind, als auch neue inhaltliche Horizonte öffnen.
  • Vorbereitung und Durchführung der Befragung wurden vom FBA-Vorstand an die gemeinnützige Stiftung „spirit.ch – Für Nachhaltige Lebensqualität“ (www.spirit.ch) übertragen. Projektleiter war wie schon in der ersten Studie Herr Dr. Andreas Giger.
  • Die Grundgesamtheit der Befragung wurde wie in der ersten Studie von den Mitgliedern unseres Vereins gebildet. Von den 174 möglichen Teilnehmern haben 96 (55%) an der Befragung teilgenommen. 67 (38%) davon haben alle Fragen beantwortet.
  • Gegenüber der Befragung von 2009 bedeutet dies erfreulicherweise eine beträchtliche Steigerung der Teilnahmequote.
  • Die Umfrage wurde im April/Mai 2015 online durchgeführt.
  • Die Studie wurde inhaltlich und finanziell unterstützt von J.P. Morgan.

Ein Detailergebnis

Das Leitmotiv der FBA-Studie „Zukunft Familienunternehmen 2.0“ lautet: Familienunternehmen gestalten Zukunft! Die Untersuchung belegt, dass Familienunternehmen an ihre eigene aktive Rolle bei der Zukunftsgestaltung glauben. Und sie haben dafür gute Argumente. Ihre besondere Stärke sehen sie in der Existenz eines Emotionen- und besonders eines Werte-Portfolios.

Familienunternehmen sind innovativ und sind bereit, ausgetretene Pfade zu verlassen. Dies gilt beispielsweise auch bezüglich den traditionellen Management-Ansätzen. So werden bezüglich mehr „Corporate Dynamics“ folgende Wege als zielführend betrachtet und im Fragebogen beschrieben:

  • Kommunikation: Kultivieren von Emotionen und Empathie. Authentische Botschaften, symbolisch verpackt. Ein Credo kommunizieren.
  • Duale Führung: Gleichgewichtigkeit der Führung mit Fakten und Analytik und jener mit Symbolen und Emotionen. Als Unternehmen die eigene Herkunft nutzen und Emotionen zeigen.
  • DNA-Symbolik: Unternehmerische Eigenart kultivieren und transparent machen. Starke emotionale Symbole verwenden. Wow-Effekt erzielen.
  • Energie: Mobilisierung sämtlicher Ressourcen bei Personen, im Team, in der gesamten Firma. Hochleistungsteams bilden durch Ausstrahlung persönlicher Disziplin im Spitzenteam.
  • Urkompetenz: Fokussieren. „Back to Essence“. An der eigenen Urtümlichkeit arbeiten.
  • Multiplikation: Schnelle Vervielfachung des einzigartigen Kundennutzens. Multichannel-Strategie. Konzept mit globaler Ausrichtung. Emotionale Vertriebs-Power erzeugen.

Der von den Befragten am meisten begangene Weg heisst Kommunikation. Dabei geht es laut Wegbeschreibung um Emotionen und Werte, denn ein „Credo“ ist nichts anderes als eine Auflistung dessen, woran man glaubt, welche Werte einem wie wertvoll sind. Erneut zeigt sich, wie wichtig die unsichtbaren Faktoren Emotionen und Werte für das Selbstverständnis von Familienunternehmen sind.

Ebenfalls gut an kommt der Weg Duale Führung. Dieser ist ein Plädoyer für eine ausgewogene Mischung zwischen harten und weichen Faktoren. Auf der Seite der „Soft Factors“ fühlen sich Familienunternehmen besonders gut gerüstet, verfügen sie doch über ein gut gefülltes Emotionen- und Werte-Portfolio.

Auch beim Weg DNA-Symbolik stossen wir wieder auf die weichen Faktoren: Emotionale Symbole, Emotionen erzeugen. Aber auch Einzigartigkeit. Einzigartig mach man sich unter anderem mit der Mischung von Werten, für die man einsteht.

Diese drei Wege treten in der statistischen Analyse übrigens gehäuft gemeinsam auf, das heisst, sie werden gleichzeitig begangen. Es geht bei der Wahl eines geeigneten dynamischen Ansatzes also nicht um ein scharfes „entweder – oder“, sondern um eine kluge, den besonderen Gegebenheiten eines Unternehmens angepasste Mischung aus unterschiedlichen Ansätzen.

Dazu gehören für die Mehrheit der befragten Familienunternehmen auch die Wege Energie und Urkompetenz. Einzig beim Weg Multiplikation gibt es eine grössere Skepsis.

Familienunternehmen bewirtschaften also nach eigener Ansicht zwei immaterielle Portfolios, die sie besonders für die Rolle des aktiven Zukunftsgestalters befähigen, nämlich ein Emotionen-Portfolio und ein Werte-Portfolio. Bei beiden handelt es sich um „Soft Factors“, doch die beiden Portfolios sind keineswegs deckungsgleich und verdienen deshalb eine differenzierte Betrachtung und Behandlung:

Emotionale Dimension:

  • Starke emotionale Bindungsmöglichkeit
  • Einzigartigkeit
  • Zu erzählende Geschichten
  • Symbol für das Leitbild Familie

Werte-Dimension:

  • Werte-Orientierung
  • Langfristige Zukunftsperspektive
  • Attraktive Arbeitgeber

Familienunternehmen bewirtschaften also nach eigener Ansicht zwei immaterielle Portfolios, die sie besonders für die Rolle des aktiven Zukunftsgestalters befähigen, nämlich ein Emotionen-Portfolio und ein Werte-Portfolio. Bei beiden handelt es sich um „Soft Factors“, doch die beiden Portfolios sind keineswegs deckungsgleich und verdienen deshalb eine differenzierte Betrachtung und Behandlung.

 


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